Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 06.Mai 2010
(Es gilt das gesprochene Wort.)
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
sehr geehrte Damen und Herren,
Der Antrag „Werbung - Sponsoren im Sport“ verfolgt das Ziel die Unternehmen und Sponsoren, die Sportvereine finanziell unterstützten, auszuzeichnen. Vordergründig beschäftigt sich der Antrag mit der Erstellung eines Logos, das der Magistrat, die Stadtverordnetenversammlung, die Vereine, die IHK vergeben sollen. Die Privatpersonen oder Unternehmen verwenden dann dieses Logo auf ihrem Briefkopf, Werbeträgern u.ä,.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wenn wir diesen Antrag so – ohne grundsätzliche Überarbeitung – annehmen, erhalten wir vielleicht ein künstlerisches Logo, das ohne wirklichen gehalt bleibt. Die Frage wofür das Logo steht, wird nicht gestellt.
Spenden an Vereine sind steuerlich absetzbar. Die Firmenlogos stehen z. B. auf den Trikots der Aktiven, auf den Banden, in der Presse finden die Sponsoren Erwähnung. Fehlt da jetzt nur noch ein Logo?
Fakt ist, dass Sponsoren zunehmend schwieriger zu finden sind. Hier gilt es neue Anreize zu schaffen, um Sponsoring für den Vereins- und Breitensport attraktiver für Firmen und Privatpersonen zu gestalten.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, hier gilt es wie bei allen Themen, die das Leben in dieser Stadt betreffen, die Bürgerinnen und Bürger und Institutionen, um die es geht, an einen Tisch zu holen. Wir, als die politisch Verantwortlichen, können ohne den Dialog mit den Vereinen, sportlich Aktiven außerhalb der Vereine, den Vertretern aus Wirtschaft und der interessierten Öffentlichkeit nicht auskommen.
Ich zitiere Herrn Prof. Dr. Klaus-Peter Wiedmann, Leibniz-Universität Hannover:
„Im Dialog mit Vertretern aus Sport, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wollen wir klären, ob und ggf. inwieweit ein Erfolg versprechendes „Wertemanagement“ in der Kooperation zwischen Sportvereinen und Unternehmen möglich sein könnte, welche Ansatzpunkte sich hieraus für ein „Werte orientiertes“ Sportsponsoring ergeben und welche Voraussetzungen hierfür zu schaffen sind.“
Am Ende eines solchen Prozesses könnte dann ein Logo stehen, und nicht am Beginn eines Prozesses, der gleichzeitig Anfang und Ende ist, mit dem Ergebnis eines inhaltsleeren Logos.
Die Linke Liste bittet diesen Antrag im ersten Schritt in den Ausschuss Freizeit und Sport zur weiteren Beratung zu überweisen.
Mechthilde Coigné
Stadtverordnete
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