|
Pressemitteilung der Fraktion Linke Liste Wiesbaden: Mogelpackung „Unterrichtsgarantie Plus“
Wiesbaden, den 07. Dezember 2006
Es ist schon erstaunlich, wie die hessische Landesregierung in Person von Kultusministerin Karin Wolf ein gescheitertes Modell schön redet. Ein Modell mit verheerenden Folgen nicht nur für die Bildungspolitik unseres Landes, sondern auch für die Aushilfen selbst.
Die „Unterrichtsgarantie Plus“ wird von Eltern und Kindern überwiegend abgelehnt. Ursache dafür ist die ungenügend fachliche Qualifizierung der Aushilfskräfte. Der Unterricht wird zur Plauderstunde und ist verlorene Zeit. Die Landesregierung verwechselt Unterricht mit Aufbewahrung.
Ein Unding ist darüber hinaus, dass Aushilfskräfte drei Monate auf ihre Bezahlung warten müssen, so z.B. an der Hermann-Ehlers-Schule in Erbenheim. Das fördert nicht nur nicht die Motivation, sondern bringt beispielsweise Studentinnen und Studenten in echte finanzielle Nöte.
Die Schulleitungen wiederum werden unnötig belastet, ohne dass sie Einfluss auf dieses Modell hätten: sie müssen irgendwie mit der Situation fertig werden, selbst den Mangel organisieren.
Fakt ist: es fehlen ordentlich ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen. Dabei ist es doch nicht erst seit Pisa bekannt: Investitionen in die Bildung sind keine Verlustgeschäfte, gut ausgebildete Kinder und Jugendliche sind bildungspolitisch unverzichtbar, ihre Bildung ist eine Investition in die Zukunft.
Fazit: Die „UG-Plus“ ist bildungspolitischer Murks. Eltern und Kinder sind die Verlierer.
Stadtverordneter Jürgen Becker
>> zurück zur Übersicht "Pressemitteilungen" |