14.08.03: Antrag auf Namensänderung Rudolf-Dietz-Schule

Selbstverständlich wird die Fraktion Linke Liste einen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung unterstützen, die Rudolf-Dietz-Schule in Naurod umzubenennen. Die Ehrung einer - nun auch noch einmal fachlich belegt - antisemitischen und antidemokratischen Persönlichkeit ist für ein demokratisches Gemeinwesen untragbar.

Daran ändert auch nichts die Tatsache, dass dieser untragbare Zustand schon vielfach öffentlich kritisiert und von den verantwortlichen Gremien und Personen jahrzehntelang mehrheitlich hingenommen wurde. Dass durch entsprechende Aufklärung und Meinungsbildung die Aufhebung von Benennungen, die zu Unrecht toleriert wurden, auch nach Jahren möglich ist, zeigt das Beispiel der Rückbenennung des nach einem Antidemokraten benannten Karl-Helfferich-Platzes in Mainz-Kastel 1997, der seitdem wieder den Namen Rathenau-Platz trägt. Der damalige Kasteler Ortsvorsteher Hartmut Bohrer und die AUF-Fraktion hatten hierzu die Initiative ergriffen und dafür Mehrheiten gefunden.

Die jüngsten Beschlussfassungen in Naurod zur Beibehaltung des Namens Rudolf-Dietz-Schule sind erschreckend, können aber nicht alleiniger Maßstab für die Entscheidung der Stadtverordneten sein, handelt es sich doch bei der Rudolf-Dietz-Schule um eine Grundschule der Landeshauptstadt Wiesbaden, wie dies in ihrem Namen und somit im Briefkopf auf jedem offiziellem Schreiben der Schule zum Ausdruck kommt.

Wenn die CDU die Ehrung für Rudolf Dietz zu rechtfertigen versucht, indem sie tatsächliche oder angebliche antisemitische Äußerungen von Namensgebern anderer öffentlicher Einrichtungen und Straßen aufführt, so zeigt dies nur, welch starke Tradition Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit (auch) in Deutschland haben. Gerade angesichts dieser starken Tradition darf es - erst recht nach dem massenhaften Mord an jüdischen Menschen durch deutsche staatliche Stellen - keine Verehrung von solchen Personen wie Rudolf Dietz durch demokratische Einrichtungen geben.

 

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