09.08.01:
CDU/FDP/SPD-Magistrat
an Taten messen! – LiLi in demokratischer Opposition
Mit Erleichterung haben vermutlich viele Bürgerinnen und
Bürger zur Kenntnis genommen, dass sich CDU/FDP und SPD nach fast fünf Monate
langem Hin und Her auf die Zusammensetzung des Magistrats für die nächsten
Jahre verständigt haben. Offenbar haben CDU und FDP zur Kenntnis genommen, dass
das Kooperieren mit neonazistischen Kräften auch bei vielen ihrer Wählerinnen
und Wähler schlecht angekommen ist. Die Einigung zwischen CDU/FDP und SPD
bezieht sich allerdings nur auf die personelle Besetzung der Dezernate und deren
Aufgabenverteilung. Eine erneute Abwahl, bei der neonazistische Stimmen den
Ausschlag geben, ist gegenwärtig deshalb nicht mehr zu befürchten. Allerdings
gibt es weiterhin in vielen Fragen unterschiedliche Auffassungen im
Stadtparlament, und CDU und FDP haben bis heute nicht erklärt, dass sie nicht
weiterhin auf die neonazistischen Kräfte im Stadtparlament setzen werden, um
sich für ihre Positionen eine Mehrheit zu beschaffen, wie beim
„Abservieren“ der Stadtbahnplanung geschehen.
Auch angesichts dieser Tatsache ist eine Bürgerbefragung
zum Thema Stadtbahn dringend geboten. Wenn auch die in einem Zeitraum von 6 (Ferien-)Wochen
zusammengekommenen über 14.000 Unterschriften das Quorum nicht erreichten, hat
die Unterschriftensammlung deutlich gemacht, dass sich Tausende von Bürgerinnen
und Bürgern vom Thema Stadtbahn sehr betroffen fühlen und mit entscheiden möchten.
Die ganz überwiegende Mehrheit der Wählerinnen und Wähler hat im übrigen die
Stimme am 18. März 2001 für Listen abgegeben, die für die Stadtbahn in die
Wahl gezogen sind.
Die Fraktion Linke Liste wird als demokratische
Opposition im Stadtparlament die neue Magistratsmehrheit von CDU/SPD und FDP
(mit Tolerierung einer GRÜNEN Dezernentin) kritisch an ihren Taten messen.
Bedauerlich ist, dass sich CDU/FDP und SPD auf die
Schaffung zweier zusätzlicher Dezernatsposten verständigt haben. Dies wird die
Stadt Wiesbaden eine siebenstellige Summe kosten, die für notwendige Investitionen
und Dienstleistungen hätte sinnvoll eingesetzt werden können.
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