10.11.2002: Für IOC-Sportfunktionäre hat der Magistrat Geld - Jugendleiter gehen leer aus

Da hat die CDU-FDP-Hirzel-Mehrheit wieder einmal so richtig gezeigt, wie weit Wort und Tat auseinanderklaffen. Ein Antrag der Linken Liste Wiesbaden zur Stadtverordnetenversammlung am 7.11.2002, wonach auch in Wiesbaden ehrenamtlich tätige Jugendleiter/innen (z.B. aus Sportvereinen), die im Besitz der vor Jahren bundesweit eingeführten Jugendleitercard sind, Vergünstigungen im bescheidenen Umfang von 50 € pro Jahr erhalten sollten, wurde mit vorgenannter Mehrheit abgelehnt. Die LiLi wollte, dass dafür 10.000 € jährlich in den Haushalt 2004/2005 eingestellt werden und Oberbürgermeister Diehl bis Ende Januar 2003 Vorschläge unterbreitet, bei welchen städtischen Einrichtungen und Veranstaltungen die 50 € eingelöst werden können. Hartmut Bohrer, Stadtverordneter der LiLi, unterstrich in seinem Redebeitrag Chance und Notwendigkeit der konkreten Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeit, insbesondere bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Der Vorsitzende des Sozialausschusses der Stadtverordnetenversammlung, Herr Weinert (CDU), befand in seinem Redebeitrag, dass der Vorschlag „aus der Mülltonne“ geholt sei. Jetzt wissen wir wenigstens, wie die CDU die tatsächliche Förderung ehrenamtlichen Engagement einschätzt: als Müll.

In der selben Sitzung genehmigte die Mehrheit nachträglich – die Veranstaltung fand bereits im August 2002 statt – Mittel für ein „IOC-Forum“ in Höhe von 67.500 €. Für 400 Olympia-Sportfunktionäre wurden pro Kopf an einem einzigen Abend (einschl. Weinpräsent) über 150 € ausgegeben. Dass für den Empfang von IOC-Funktionären an einem Abend mehr Geld ausgegeben werden darf, als man für sechs Jahre für eine kleine Anerkennung der ehrenamtlichen Jugendleiterarbeit bräuchte, wirft ein eindeutiges und bezeichnendes Licht auf diese „Volksvertreter/innen“.

 

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