05.09.2002: Presseinformation der Fraktion Linke Liste Wiesbaden

 

Schulentwicklungsplanungen

 

Zum Tagesordnungspunkt 5 der heutigen Sitzung der Stadt-verordnetenversammlung erreichte uns eine Stellungnahme von Herrn Gerd-Ulrich Franz, Schulleiter der IGS Kastellstraße, die wir Ihnen im Anhang zur Verfügung stellen.

 

Die Fraktion Linke Liste Wiesbaden unterstreicht die Ausführungen von Herrn Franz ausdrücklichst und wird weiterhin alle Bestrebungen, dem enormen ungedeckten Bedarf an Gesamtschulen in Wiesbaden nachzukommen, unterstützen.

 

Es ist unzumutbar, wie das Anrecht von Eltern auf die freie Wahl des Bildungsweges für ihre Kinder durch Aktionen wie der gemeinsame Antrag der Fraktionen CDU und FDP "Zukunftsweisende Schulentwicklungsplanung" zum aktuellen Entwurf des Schulentwicklungsplanes, der zwei neue IGS (in Wiesbaden und AKK) vorsieht, ignoriert wird.

 

 

Stellungnahme von Herrn Gerd-Ulrich Franz, Schulleiter der IGS Kastellstraße:

 

 

Integrierte Gesamtschule

IGS Kastellstraße 11, 65 183 Wiesbaden

Kastellstraße

 

Kastellstraße 11*, 65183 Wiesbaden

Amt für

Stadtverordnetenversammlung

Rathaus

 

65183 Wiesbaden

Telefon:

Telefax:

E-Mail:

 

(0611) 31-22 63

(0611) 31-39 96

igs-kastellstrasse@wiesbaden.de

www.igs-kastellstraße.wi.he.schule.de

 

Datum und Zeichen Ihres Schreibens

Unser Zeichen

Datum

 

400193 Fr/wo

02.09.02

 

 

 

 

 

Antrag 5 der Sitzung am 05.09.02

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

 

1.      Unter II des o.g. Antrags wird die Prüfung von Kapazitätserweiterungen an den beste­henden IGS gefordert. Dass dies nicht möglich ist, haben die Schullei­terInnen der IGS bei der Anhörung der CDU bereits dargestellt. Die CDU hat sich bei Begehungen auch selbst ein Bild da­von gemacht.

 

2.      Unter III wird dargestellt, dass die pädagogischen Voraussetzungen für eine IGS nicht gegeben seien. Dabei wird eine Drittelparität von "hauptschul-, realschul- und gymnasialgeeigneten SchülerInnen" genannt, um A-, B-, C-Kurse bil­den zu können. Eine derartige Fixierung der Schülerschaft ist weder rechtlich vorgegeben noch pädagogisch notwendig ‑ ausdrücklich verweist die einschlä­gige Verordnung darauf, dass für die IGS keine Eignungsfeststellung im Sinne der drei traditionellen Schulformen erfolgen soll. Im übrigen ist die Differenzierung an unserer Schule völlig anders begründet und organi­siert.

 

3.      Zusammenfassend stelle ich fest, dass die ursprünglichen Bemühungen um sachliche Auf­klärung, zu der die Anhörungen der CDU sicher beigetragen haben, hier nicht wiederzufin­den sind. Das bedeutet, dass der erklärte Willen von 700 Eltern diskreditiert und für einen großen Teil auf Dauer nicht realisiert werden soll.

 Dies ist nicht hinnehmbar und wäre ein Armutszeugnis für die demokratische Auf­gabe der Schulentwicklung in unserer Stadt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Gerd-Ulrich Franz

Schulleiter

 

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