26.10.01: Mit
der FDP energisch gegen linke Kritik
Die Linke Liste
Wiesbaden hatte in einer Presseerklärung mit Fakten darauf aufmerksam gemacht,
dass die von CDU, SPD und FDP beschlossene Senkung der Hebesätze für Gewerbe
und Grundsteuer wirtschafts- und arbeitsmarktpolitisch ein Flop ist. Ohne auf
die Argumente der LiLi einzugehen, fährt die FDP großes propagandistisches
Geschütz auf und. weist die Kritik als völlig abwegig zurück
Da führt der
finanzpolitische Sprecher der FDP, Herr Thomas Sellmann an, dass sich das
Gewerbesteueraufkommen von 1988 bis 1999 verdoppelt habe.
Richtig. Nur wurde vergessen hinzuzufügen, dass die erarbeiteten Lieferungen
und Leistungen dank der in den Wiesbadener Firmen Beschäftigten sich mehr als
verdreifacht haben. Der steuerbare Umsatz aller Wirtschaftsbereiche erhöhte
sich nämlich im gleichen Zeitraum von 20 auf 70 Milliarden DM. Warum eigentlich
stieg das Gewerbsteueraufkommen der Stadt deutlich langsamer? Antwort: Weil es
der ehemals regierenden CDU/FDP-Bundesregierung hervorragend gelungen ist,
insbesondere große Unternehmen mit ihrer Finanzpolitik von deren sozialer
Verantwortung zu entbinden. Ergebnis: Gemessen an der wirtschaftlichen
Entwicklung der Unternehmen werden anteilig immer weniger Steuern gezahlt und
die Profite explodieren.
Die
„Liberalen“ schüren weiter die Angst mit dem Totschlagargument der
Standortkonkurrenz: Nur verantwortungsvolle Wirtschafts- und Finanzpolitik, die
die Gewerbesteuer senke, sichere und schaffe neue Arbeitsplätze in dieser
Stadt. Aber die Realität ist ein hartnäckig Ding. Die Zahl der
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Wiesbaden stieg von 116 000
im Jahre 1988 auf 120 000 im Jahre 1999. Wie erklären wir denn nun diese
Entwicklung bei den „Wuchersteuern“ in Wiesbaden?
Und zum Schluss
noch die Mieter, die in Folge der hohen Grundsteuern in Wiesbaden die Dummen
sind. Herr Sellmann „vergisst“ wieder darzustellen, welchen Wertzuwachs
Immobilien in den vergangenen 15 Jahren erfahren haben und welche steigenden
Einnahmen man über deren Vermietung erzielen konnte. Dann werden den Bürgern
Entlastungen vorgegaukelt, die mit der Realität nicht das Geringste zu tun
haben: Hier geht es, wenn überhaupt, um Umlageeinsparungen für eine
Mietwohnung von 10 bis 20 DM im Jahr. Die Linke Liste Wiesbaden wird bei der Kämmerin
konkretere Auskünfte erfragen.
In den kommenden
Wochen wird der Doppelhaushalt
2002/2003 in der Stadtverordnetenversammlung beraten und beschlossen. Nach dem,
was bisher in der Presse zu diesem Thema nachlesbar war, ist ein ausgeglichener
Haushalt vor allem wegen des geringeren Gewerbe- und Grundsteueraufkommens
schwer zu realisieren.
Obwohl die FDP
auch dies als vordergründig und abwegig bezeichnen wird, beabsichtigt die Linke
Liste Wiesbaden weiter, die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt über die
eigentlichen Gewinner und Verlierer der „verantwortungsvollen Wirtschafts- und
Finanzpolitik“ von CDU und FDP, hoffentlich ohne Mithilfe der SPD-Fraktion, zu
informieren.
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