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Redebeitrag der Stadtverordneten Mechthilde Coigné zum Antrag der Fraktion Linke Liste „Verkehrsberuhigung in Alt-Kostheim“ in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 10. Mai 2007 (Es gilt das gesprochene Wort.)
Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Damen und Herren,
die Notwendigkeit einer Verkehrsberuhigung in Alt-Kostheim ist seit Jahrzehnten vor Ort ein "Dauerbrenner". Hunderte von Unterschriften wurden gesammelt, um den hohen Durchgangsverkehr in beiden Richtungen in der Hauptstraße zu stoppen. Lärm, Gestank, die Gefährdung von Fußgänger/innen, insbesondere Kinder, ältere Menschen, Rollstuhlfahrer/innen sowie Eltern mit Kinderwagen brachten die Menschen auf die Barrikaden. Später engagierten sich auch Anwohner/innen in der Münchhofstraße und Umgebung gegen den zunehmenden Durchgangsverkehr, gründeten die Bürgerinitiative Verkehrsgestresster Kostheimer (BIVKO) und nicht wenige entschieden sich für die Wählergruppe AUF bei den Ortsbeiratswahlen aufgrund dieser Problemlage.
Die unerträgliche Verkehrsbelastung in dem eng bebauten Wohnbereich motivierte eine jahrelange Auseinandersetzung und Zusammenarbeit zwischen BIVKO, Ortsbeirat, Bürgerschaft und Fachverwaltung. Gemeinsam arbeitete man an Lösungen zur Verkehrsberuhigung in Mainz-Kostheim. Ein Ergebnis dieser jahrelangen Zusammenarbeit ist die so genannte „Kostheimer Nase“.
Die verkehrliche Situation heute: der Durchgangsverkehr hat sich andere, überörtliche Routen gesucht, das bestätigt die Auswertung einer Kennzeichenerfassung vom November 2006. Bei den verbliebenen Belastungen im Zuge der Münchhofstraße und in der Wendeanlage handelt es sich überwiegend um Quell- und Zielverkehr Alt-Kostheims.
Dennoch, die Nase ist nur eine unbefriedigende Lösung. Sie wird von Teilen der Bevölkerung nicht akzeptiert. In der Ortsbeiratssitzung vom 7. Juni 2006 fasste die jetzige Mehrheit von FWG, CDU und FDP den Beschluss, die Nase zurückzubauen ohne einen adäquaten Ersatz zur Verkehrsberuhigung einzufordern.
Im Wahlkampf noch gab der "Newcomer" FWG die Losung aus: "Lösungen wie die Öffnung der westlichen Hauptstraße für den Gegenverkehr oder den ersatzlosen Rückbau der Nase werden wir nicht unterstützen."
Meine Damen und Herren,
die Gesundheit von Hunderten von Menschen, die in Kostheim wohnen darf nicht durch Lärm, Abgase und Erschütterungen geschädigt werden. Die so genannte "Kostheimer Nase" hat eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität in Alt-Kostheim gebracht. Der Preis sind zwei Minuten Fahrzeitverlängerung über den Wendehammer in Richtung Alt-Kostheim. Die Missachtung der Straßenverkehrsordnung durch rücksichtslose Autofahrer, die andere VerkehrsteilnehmerInnen gefährden, um 2 Minuten Fahrtzeit zu sparen, darf nicht toleriert werden. Verkehrskontrollen wurden - insbesondere bei der Einführung der neuen Verkehrsführung - nur halbherzig vorgenommen. Dies darf aber doch nicht dazu führen, durch voreiligen, ersatzlosen Rückbau der "Nase" überwundene Zustände wieder heraufzubeschwören.
Die Auseinandersetzungen pro und kontra Nase halten unvermindert an und spalten den Ortsbezirk. Es ist an der Zeit, endlich eine vernünftige Lösung für die Verkehrsprobleme in Alt-Kostheim zu finden, die nicht zu unvertretbaren Lasten Einzelner geht und zur Befriedung der Bürgerschaft beiträgt. Hier ist der Magistrat und insbesondere das Stadtplanungsdezernat gefordert. Die Stadtverordnetenversammlung hat es in der Hand jetzt einen klaren Auftrag zu erteilen. Wir bitten Sie deshalb um Zustimmung für unseren Antrag.
Mechthilde Coigné, Mainz-Kostheim Stadtverordnete
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