Sachstandsbericht Stationsentwicklungsplan Bahnhof Mainz-Kastel

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Der Magistrat wird um einen Sachstandsbericht hinsichtlich der Umsetzung des sog. “Stationsentwicklungsplanes Bahnhof Mainz-Kastel” mit Angabe möglichst konkreter Termine für die Realisierung der vorgesehenen Teilprojekte gebeten.

Für die vorgesehenen Teilprojekte (insbesondere für die schon vor Jahren mit besonderer Priorität geplante Direktverbindung vom Kulturzentrum Reduit/Rheinufer zum Gleiskörper und die Direktverbindung zwischen Bahnhof und Busknotenpunkt Brückenkopf Kastel) sind ggfs. die Hinderungsgründe für die noch nicht erfolgte Realisierung und die Maßnahmen zur Beseitigung dieser Hinderungsgründe zu benennen.

 

 

Ein um über eine halbe Stunde verspäteter Beginn der Stadtverordnetenversammlung am 16. Dezember 2004 und die auf 20:00 Uhr festgesetzte "Weihnachtsfeier" für die Stadtverordneten verhinderten auch die Behandlung dieses Antrages der Fraktion Linke Liste Wiesbaden.

 

Der Stadtverordnete Hartmut Bohrer gab zur Stadtverordnetenversammlung am 02. Februar 2005 zur Begründung des Antrages auch einen Überblick dazu, seit wann um eine Entwicklungsplanung und -realisierung beim Bahnhof Mainz-Kastel gerungen wird: erster Ortsbeiratsbeschluss: 1986 / Planungen: 1997 - 1999 / bisher kaum etwas umgesetzt (außer Fahrradständer) / nach wie vor hohes Gefährdungspotential für Unvernünftige aber auch Unbeteiligte / Mittel für Maßnahmen waren im Haushalt 2004/2005 eingestellt / wie weiter?


In seinem kurzen Bericht gab der zuständige Dezernent Prof. Pös bekannt, das dem Magistrat in Kürze ein Bericht vorgelegt wird, der dann auch Vorschläge für die weitere Verfahrensweise und die dafür im Haushalt 2006/2007 einzustellenden Mittel enthält.

 

Der angekündigte Bericht hat folgender Wortlaut:

 

Sachstandsbericht zur Stationsentwicklungsplanung Bahnhof Mainz-Kastel

 

Überblick

I.       Anlass

II.     Chronik der Planungsarbeiten und der politischen Entscheidungen

III.    Inhaltliche Maßnahmen zur Modernisierung

IV.    Aktueller Sachstand

 

I.       Anlass

Aufgrund einerseits von Attraktivitätsdefiziten in Zustand und Erscheinungsbild des Bahnhofes Mainz-Kastel und andererseits seiner verkehrlichen Bedeutung und seiner Lage im Verkehrsnetz, wurde diese Station nach dem als Fernverkehrsstation klassifi­zierten Wiesbadener Hauptbahnhof als erste Station im Schienenpersonennahverkehr im Rahmen der Stationsentwicklungsplanung bearbeitet.

 

II.     Chronik der Planungsarbeiten und der politischen Entscheidungen

Die nachfolgende Chronik gibt einen Überblick über die seit 1997 erfolgten Planungs­prozesse und politischen Entscheidungen:

- Sommer 1997           Aufnahme von Gesprächen zwischen LNG/ESWE Verkehr und RMV

- Frühjahr 1998           Ausschreibung einer Planungsstudie

- Sommer 1098           Vergabe einer Planungsstudie an das Ingenieurbüro Schüßler-Plan, Frankfurt

- 21.01.1999               Ortsbeiratssitzung, mündlicher Sachstandsbericht durch LNG / ESWE Verkehr

- August 1999             Abschluss der Planungsstudie         

- 23.10.1999               Ortsbeiratssitzung, Vorstellung der Ergebnisse der Planungsstudie durch LNG / ESWE Verkehr und Schüßler-Plan, Zustimmung des Ortsbeirates zum Maßnahmenkatalog

- 23.11.1999               Ortsbeiratssitzung, Prioritätenbeschluss des Ortsbeirates auf Ver­längerung der vorhandenen Bahnsteigunterführung in Richtung Rheinufer

Die Priorität des Ortsbeirates wird verwaltungsseitig ergänzt um den Aspekt der behindertengerechten Verknüpfung der Bahnstei­ge mit den Bushaltestellen auf dem Hochkreisel.

- Jahr 2000                  Weitere Abstimmungsgespräche des Arbeitskreises, insbesonde­re mit dem Zuwendungsgeber

- Frühjahr 2001            Variantendiskussion und -festlegung durch LNG / ESWE Verkehr, Tiefbauamt, RMV und Verkehrsdezernat der Stadt Wiesbaden

- Frühsommer 2001     Beauftragung der HOAI-Stufen 1 bis 4 an Schüßler-Plan

- 28.06.2001               Ortsbeiratssitzung, Vorstellung der Planungsvariante zur Verlän­gerung der vorhandenen Bahnsteigunterführung in Richtung Rheinufer und zur behindertengerechten Verknüpfung der Bahn­steige mit den Bushaltestellen auf dem Hochkreisel durch LNG / ESWE Verkehr und Schüßler-Plan

Ortsbeiratsbeschluß: Kenntnisnahme vom Planungsstand und Verweis auf Gesprächsrunde zur Klärung offener Punkte             

- 21.08.2001               Vorstellung der Planungen und Gesprächsrunde in der Ortsver­waltung Mainz-Kastel                          

- 28.09.2001               Schreiben des Herrn Bürgermeisters Goßmann an den Ortsbeirat Mainz-Kastel, dass keine zusätzlichen Aufzüge vorgesehen wer­den könnten

- 13.11.2001               Ortsbeiratsbeschluß: Zustimmung zu den Planungen mit der Maßgabe, dass weitere Aufzüge realisiert werden

- 07.02.2002               Dienstbesprechung des Dezernates für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr: Auftrag an LNG / ESWE zur Erstellung einer Sitzungsvorlage

Sitzungsvorlage 02-V-04-0024 mit den Beschlusspunkten:

- Kenntnisnahme Sachstandsbericht der Planungen

- Zustimmung zu den geplanten Maßnahmen

- Auftrag zur Durchführung der Genehmigungsplanung (Lph. 4) und erneuten Vorlage für die Gremien

- 22.10.2002                Beschluss Nr. 0178 des Ortsbeirates des Ortsbezirkes Mainz-Kastel mit der Maßgabe der Optimierung

- der behindertengerechten Wegekette Rampenstr. - Hochkreisel

- der Bushaltestelle Hochkreisel (durchgängiger Spritzschutz)

- 06.05.2003               Beschluss Nr. 0408 des Magistrates

- 10.07.2003               Beschluss Nr. 0282 der Stadtverordnetenversammlung

 

III.    Inhaltliche Maßnahmen zur Modernisierung,

Der Maßnahmenkatalog der Planungsstudie zum Bahnhof Mainz-Kastel enthält im we­sentlichen folgende Aspekte für die Umgestaltung und Modernisierung:

1    Modernisierung der vorhandenen Bahnsteigunterführung

2    Installation von je einem Aufzug auf dem Hausbahnsteig (Gleis 1) und auf dem Mit­telbahnsteig (Gleise 2 und 3)

3    Verlängerung der vorhandenen Bahnsteigunterführung in Richtung Rheinufer mit neuem Ausgang Rheinseite

4    Überwindung der Höhendifferenz auf der Rheinseite durch eine Treppe

5    und eine Rampe

6    Wegekette zu den Bushaltestellen auf dem Hochkreisel mit Treppenzugang vom Ausgang der Bahnsteigunterführung zum Gehweg der Zufuhrstrasse

7    Behindertengerechte Wegeführung über Rampenfuß und Ausbau des Gehweges der Zufuhrstrasse, Erneuerung der Beleuchtung des Gehweges der Zufuhrstrasse

8    Erhöhung der Verkehrssicherheit für querende Fußgänger auf dem Hochkreisel durch verbesserte Beschilderung und Beleuchtung des Zebrastreifens über die Fahrbahn aus Richtung Mainz     

9    Einbau eines Fahrbahnteilers in der Fahrbahn in Richtung Mainz, Vergrößerung der Fußgängerfläche zwischen den Bussteigen, Ausgestaltung mit abgesenkten Bordsteinen in allen relevanten Bereichen

10  Bushaltestellen auf dem Brückenkopf:

Wegnahme der vorhandenen Fahrgastüberdachungen (Entfernung der Sonderkon­struktion auf dem Bussteig in Richtung Mainz, Entfernung des mobilen Wartehäu­schens auf dem Bussteig in Richtung Wiesbaden),

Verbesserung des Komforts für wartende Fahrgäste durch Neu-Aufstellen von je zwei Fahrgastwartehäuschen auf den Bussteigen in Richtung Mainz und Richtung Wiesbaden,                                                          

Verbesserung der Verkehrssicherheit für wartende Fahrgäste durch Installation von je einem Geländer mit Spritzschutz im Rücken der Bussteige in Richtung Mainz und Wiesbaden,

Transparente Überdachung des vorhandenen Treppenabganges vom Brückenkopf

11  P+R-Anlage:

Gestaltung des Parkplatzes als P+R-Anlage mit 50 Pkw-Stellplätzen und 3 Behinderten-Parkplätzen,

Oberfläche aus Asphaltdecke oder Pflasterbelag,

Weiterentwicklung zu einem Parkhaus zu einem späteren Zeitpunkt offengehalten

 

IV.  Aktueller Sachstand

Derzeit ist der Bau- und Finanzierungsvertrag zwischen der Landeshauptstadt Wiesba­den, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Deutschen Bahn AG in Vorbe­reitung.                                                              

 

Die Maßnahmen am Bahnhof Mainz-Kastel sind grundsätzlich förderfähig mit Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) als Maßnahmen zur Verbesse­rung der Attraktivität des ÖPNV.  Die Förderung wird ca. 75 % der zuwendungsfähigen Kosten betragen. Die Komplementärmittel müssen aus dem Haushalt der Stadt Wies­baden aufgebracht werden.

 

Zur Realisierung der Maßnahmen am Bahnhof Mainz-Kastel müssen politische Be­schlüsse zur Finanzierung, also zur Einstellung der erforderlichen Mittel in den nächsten Dopppelhaushalt herbeigeführt werden.   

 

 

Gerhard

Grundsatzplanung Verkehr

Lokale Nahverkehrsgesellschaft

 

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