Zur Begründung des Antrages führte Hartmut Bohrer von der Fraktion Linke Liste Wiesbaden aus: Redebeitrag des Stadtverordneten Hartmut Bohrer.

Vertreter der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen unterstützten die Annahme des Antrages der LiLi und betonten in ihren Redebeiträgen, dass der 8.Mai auch für sie einen Tag der Befreiung darstellt.

Weder CDU noch FDP nahmen an der Aussprache zum Antrag der LiLi teil. Sie setzten sich damit auch nicht mit der von den "Republikanern" vorgetragen These auseinander, dass die Deutschen mindestens genauso wie andere Völker Opfer des Krieges, insbesondere in der Nachkriegszeit, waren. Das von dieser rechtsextremen Partei sattsam bekannte Vertauschen von Ursache und Wirkung bei der Beurteilung historischer Ereignisse fand keinen Widerspruch bei CDU und FDP.

Während der Aussprache zum Antrag der LiLi kam es zu einem Eklat. In der Niederschrift zur Stadtverordnetenversammlung ist dazu Folgendes nachzulesen:

Im Laufe der Diskussion beleidigt Stv. Schadt <Stadtverordneter der Republikaner - die Red.> Stv. Schickel  < Stadtverordneter der SPD, der die Zustimmung der SPD-Fraktion zum Antrag der LiLi begründete - die Red.> mit "alter Schwätzer", er wird von Frau Stadtverordnetenvorsteherin Thiels gebeten, sich zu entschuldigen, was er mit "Der kann mich mal am Hobel blasen" kommentiert, entschuldigt sich dann aber bei Stv. Schickel.    

Einmal mehr zeigt dieser Vorgang welche Geisteshaltung und welches geistige Niveau in der Fraktion der rechtsextremen "Republikaner" angesagt sind.

Leider fand der Antrag der Fraktion Linke Liste Wiesbaden keine Mehrheit. Die CDU beantragte, der Antrag der LiLi habe sich durch Aussprache erledigt. Dem stimmten die Stadtverordneten von CDU, FDP und Rep zu. Beschämende Konsequenz: Im Stadtparlament der Landeshauptstadt Hessens wurde mittels eines  Geschäftsordnungsantrages eine Würdigung des 8. Mai 1945 verhindert.

 

 

Zum 60. Jahrestag der Befreiung vom Hitler-Faschismus

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Die Landeshauptstadt Wiesbaden, als Stadt des Friedens, der Demokratie, des Antifaschismus und der Völkerverständigung begeht den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Hitler-Faschismus und als Tag, der das Ende des Zweiten  Weltkrieges in Europa besiegelte.

 

Die Stadtverordnetenversammlung begrüßt die vielfältigen Veranstaltungen, die der Bedeutung dieses Tages für die Menschen in unserer Stadt, in Deutschland, in Europa und in der Welt Rechnung tragen.

 

Die Landeshauptstadt Wiesbaden unterstützt Projekte, die insbesondere junge Menschen anregen, sich mit neonazistischem, rassistischem, antisemitischen und antidemokratischem Gedankengut auseinander zu setzen.

 

Die Landeshauptstadt Wiesbaden wird auch künftig ihren Beitrag dazu leisten, dass der alle Konfessionen, Nationalitäten und antifaschistischen Parteien umfassende Schwur von Buchenwald "Nie wieder Faschismus - Nie wieder Krieg" gemeinsame Handlungsgrundlage ist.

 

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