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Angebot und Nachfrage für Veranstaltungsräume
Wie beurteilt der Magistrat Angebot von und Nachfrage nach Räumlichkeiten im Stadtgebiet für große Vereinsveranstaltungen, große Hochzeits- u. a. Feiern, Feste religiöser Gemeinschaften, Kongresse, Tagungen u. ä. und die Chancen eines Bürger- und Kongresszentrums (evtl. mit Hotel) im – nicht nur von der Verkehrsanbindung – außerordentlich günstig gelegenen Bereich Philippshof (Nähe Bahnhof Mainz-Kastel), insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Bürgerhäuser in Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim neben steigendem Sanierungsbedarf durch ihren Standort andauernd erhebliche Probleme verursachen und die von diesen genutzten Grundstücke für andere Zwecke (z.B. Wohnbebauung) sinnvoll genutzt werden könnten?
Die Antwort von Stadtrat Hessenauer aus Sicht der Bürgerhausverwaltung lautet wie folgt: Für große Veranstaltungen (400 und mehr Personen) stehen die Häuser in Erbenheim, Mainz-Kastel, Mainz-Kostheim und Nordenstadt zur Verfügung. Für Vereinsveranstaltungen und private Feiern dieser Größenordnung wird insbesondere auf die Häuser Erbenheim, Kastel und Kostheim zurückgegriffen, da die Taunushalle in Nordenstadt aufgrund ihres Fassungsvermögens für bis zu 1.200 Besucher fast durchgängig durch Sport-Großveranstaltungen und sonstige, extrem besucherintensive Veranstaltungen belegt ist. Durch ein Vereins-Vormerkverfahren, mit dem bereits zum Vorjahresende die Veranstaltungstermine für das Folgejahr blockiert werden, können ortsansässige Vereine bedarfsgerecht "bedient" werden. Feste und Veranstaltungen nicht in den Stadtteilen ansässiger Vereine (z. B. Assyrischer Hilfsverein, syrisch-aramäischer Verein, SC Pars....) werden nach unseren Erfahrungen ebenfalls der Nachfrage entsprechend zufrieden gestellt. Schwieriger ist die Situation bei großen privaten Feiern, wie z. B. Hochzeiten. Die hierfür potentiell in Frage kommenden Wochenendtermine sind teilweise bereits durch die Vereins-Vormerkungen blockiert. Zum anderen gibt es insbesondere in den Häusern in Kastel und Kostheim - wie bereits in der Anfrage sehr zutreffend bemerkt - erhebliche Probleme mit unmittelbaren Anwohnern, die sich insbesondere durch von den Veranstaltungen ausgehenden Geräuschpegel - durch Musik, Feiernde, kommende und gehende Menschen - belästigt fühlen. Zur Wahrung des Friedens mit diesen Anwohnern wurde z. B. in Kostheim ein außergerichtlicher Vergleich geschlossen, nach dem nicht mehr als eine private Hochzeitsfeier monatlich dort stattfinden darf. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Nachfrage nach Räumen für private Feiern bzw. Hochzeiten in einer Größenordnung von 400 und mehr Personen nicht ausreichend befriedigt werden kann: Etwa 80 entsprechenden Anfragen pro Jahr (geschätzt) stehen in 2002 z. B. insgesamt 6 ausgerichtete Veranstaltungen gegenüber, im Laufe des Jahres 2003 bislang insgesamt 7. Insoweit können wir also ausdrücklich unterstreichen, dass ein größeres Angebot an entsprechenden Räumlichkeiten gerade für diese Zielgruppe sicherlich gut angenommen würde. Das Anliegen, die Häuser in Kastel und Kostheim den dort ortsansässigen Vereinen zur Nutzung zu entziehen und durch ein gemeinsames Haus zu ersetzen erscheint uns allerdings sehr vermessen. Zum einen erscheint aus psychologischer Sicht der Prozess, jahrzehntelange Besitzstände aufzubrechen, als äußerst schwieriger und steiniger Weg. Zum anderen muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass ein gemeinsames Haus das bisherige Veranstaltungsaufkommen, insbesondere der Faschingssaison, nicht tragen kann. In der Zeit von November bis Februar sind sowohl das Haus in Kastel wie auch das in Kostheim parallel durchgehend mit Veranstaltungen der Karnevalsvereine belegt. Um diesen zeitgleichen Bedarf abzudecken, sind zwei getrennte Häuser unverzichtbar. Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass durchaus ein Bedarf für große Veranstaltungen über die vorhandenen Häuser hinaus besteht, ein neu zu errichtendes "Bürger- und Kongresszentrum" bei gleichzeitiger Aufgabe der - wie auch in der Anfrage bereits korrekt festgestellt hochgradig sanierungsbedürftigen - Häuser in Kastel und Kostheim aber schwerwiegende Probleme in der Raumversorgung traditioneller Vereinsveranstaltungen in Kastel und Kostheim schaffen würde. Eine Einschätzung der Wirtschaftlichkeit bzw. Rentierlichkeit eines derartigen "Bürger- und Kongresszentrums" kann in der Kürze der Zeit - Pläne bzw. Kostenschätzungen liegen hier nicht vor - seitens der Bürgerhausverwaltung nicht abgegeben werden.
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