Parkfläche Bahnhof Mainz-Kastel - 21.07.05

 

Wann kann damit gerechnet werden, dass die gegenwärtig abgesperrte Parkfläche am Bahnhof Mainz-Kastel, die vor Absperrung Raum für etwa 100 PKW bot, wieder als Park-and-Ride-Fläche und Parkraum für das Kulturzentrum Reduit zur Verfügung steht?

Ist der Magistrat bereit, diese Fläche zu erwerben, um den jahrzehntelang vorgetragenen Wunsch des Ortsbeirats Mainz-Kastel und des örtlichen Gewerbevereins nach einem Parkdeck an dieser Stelle zu entsprechen?

 

 

Antwort durch Stadtkämmerer Dr. Müller:


Die Fläche steht im Eigentum der Fa. Aurelis, die diese von der Bahn AG übernommen hat.


Das Finanz- und Wirtschaftsdezernat hat schon vor einiger Zeit der Fa. Aurelis das Interesse an einem Erwerb der Fläche bekundet.


Die Fa. Aurelis hat jedoch gerade mitgeteilt, dass derzeit keine Veräußerungsabsicht besteht und sie noch keine konkreten Vorstellungen im Hinblick auf die weitere Verwendung der Fläche hat.
 

 

Der Wiesbadener Kurier veröffentlichte zum Thema folgenden Artikel:

 

Güterhalle soll zum Kulturbahnhof werden

Ortsbeirat Kastel unterstützt das ehrgeizige Projekt / Bahn sperrt sich / Verschiedene Ebenen mit unterschiedlicher Nutzung
Vom 28.07.2005
Von Wolfgang Wenzel

In einen Kulturbahnhof will die Wiesbadener Vereinigung der freischaffenden Künstler die leer stehende Güterhalle am Bahnhof in Kastel verwandeln. Der Ortsbeirat versah das von dem 40 Mitglieder zählenden Verein entworfene Konzept in seiner jüngsten Sitzung

Kastel mit großem Wohlwollen. Es stehe im Einklang mit den Plänen des Rheinuferforums, sagte CDU-Fraktionschefin Marliese Schade.

Der Haken an der Sache ist, dass die Immobiliengesellschaft Aurelis, der das weitläufige Areal rund um die Güterhalle gehört, das Projekt der Künstlervereinigung abgelehnt hatte. "Aurelis will das Objekt hochpreisig vermarkten, wir aber wollen das Geld für Kultur ausgeben", so hieß es.

Während der Sitzung stellten der angehende Architekt Ard Bosenius, die Kommunikationsfachfrau Anke Rademacher und der Industriemeister Markus Fritz das Konzept für einen Kulturbahnhof vor. Eingerichtet würden drei verschiedene Ebenen für Kulturschaffende verschiedener Fachrichtungen. Auf einer fänden visuell Tätige wie Grafiker, Maler und Filmschaffende eine Plattform. Ereigniskultur und -Gastronomie besetzten eine zweite Ebene und ein drittes Podium stünde der Baukultur zur Verfügung, um Architekten und Städteplanern ein Forum zu bieten. Angestrebt ist eine Zusammenarbeit mit den Hochschulen in Wiesbaden, Darmstadt und Mainz, die ihre Diplomarbeiten präsentieren könnten. Eine Club-Lounge im Gewölbekeller sowie Ausstellungen, Konzerte, Kolloquien und ein Atelier würden das Projekt abrunden, das eine Vernetzung der Künstlerszene fördern könnte.

Margot Schäfer (SPD) sprach von einer "Bereicherung", erinnerte jedoch daran, dass die Stadt mit der Immobiliengesellschaft Aurelis selbst ihre Probleme habe, weil es mit der Freigabe der aus Sicherheitsgründen abgesperrten Pendler-Parkplätze nicht vorangehe. Hartmut Bohrer (Linke Liste) hielt entgegen, dass man die Behebung der Parkplatznot und die Schaffung eines Kulturbahnhofs nicht auf die gleiche Stufe stellen könne. Die Idee, im Geviert zwischen Bahnhof, Hochkreisel und Reduit eine Stätte der Kultur einzurichten, sei "ganz hervorragend". Sie wäre eine Ergänzung zum Technischen Denkmal Bahnhofsgebäude.

Marliese Schade (CDU) fand, dass die Kulturangebote am Rheinufer aufeinander abgestimmt werden müssten, damit die Kulturbahnhofs-Betreiber und das Jugendzentrum in der Reduit nicht unfreiwillig zu Konkurrenten würden. Die Reduit habe sich zu einem viel beachteten und stark besuchten Ort für Konzerte und Tanzveranstaltungen entwickelt.

 

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